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ZICKE
Gebäude mit Geschichte
Alte Hausnummer: 79

Familie Heine erbaute Mitte des 19. JH dieses Haus und richtete 1878 den Gasthof ein. Die Konzession erhielten sie von Freystedt (Alte Dorfstr. 4), der sie seit 1797 besaß.  Nebenher betrieben Heines eine kleine Landwirtschaft, die der später angeheiratete Otto Fricke mit Ehefrau weiterführte.

Links neben dem Gasthof befand sich in einem Nebenraum die Poststelle. Ein straßenseitiger Steintritt führte zum Postschalter, den zuvor Ewald Küstner in der Mittelstraße 3 betrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg gaben Heines die Gaststätte auf, die Poststelle zog in den 1960er Jahren aus. Im OG des Gaststättenanbaus gab es eine Mietwohnung.

Den vormaligen Gastraum nutzte die Gemeinde für verschiedene Zwecke. So um 1960 als Unterrichtsraum, später als Jugendraum mit Nebennutzung z.B. die monatliche Rentenbarauszahlung. Zur Zeit des KONSUM-Neubaus in den 1970ern diente die Räumlichkeit als Verkaufsraum für den täglichen Warenbedarf.

Zum Ursprung des Namens „Zicke“ ist nichts überliefert. Vielleicht gab es eine unfreundliche Wirtin, doch ein Zusammenhang mit dem Gemeinde-Ziegenbock ist eher möglich.

Neben Grundstück 69 von Schmied Arnold Hesse (heute Mittelstraße) wohnte Herr Weber, der langjährige Halter des Gemeindeziegenbocks. Dafür stellte ihm die Gemeinde Ackerland unentgeltlich zur Verfügung, er bekam auch Lohn für den Dienst seines Ziegenbocks. 

Wenn Ziegenhalter ihre Geis zum Bock brachten, verbanden sie dies oft mit einem Besuch der Kneipe um die Ecke, der „Zicke“. Als Ausrede konnte der Heimkehrende vorbringen, er war nur in Sachen „Zicke“ unterwegs und schwindelte dabei nicht mal.

Frickes Erben veräußerten das Grundstück. Mittlerweile bietet das Gelände Platz für einen Neubau.